Geschafft.

Nein, keine Panik, wirklich geschafft bin ich nicht.

Bevor ich es vergessen: Am Dienstag hatte ich meinen Elterngeldbescheid! Und kommende Woche soll das Geld angeblich fließen... Na dann! Ich freu mich! 8-)

Ich sitze gerade rundum zufrieden auf unserem Sofa. Politisch korrekt: Das Sofa meines besten Ehemannes, das er in unsere Ehe gebracht hat.

Draußen tobt endlich das Gewitter. Es blitzt. Donnert. Regnet. Wundervoll! Der ganze Tag war so klebrig. Schwül. Heiß. Verschwitzt.

Der Morgen begann für mich mit einem Bad in der Wanne. Unsere große Zwergin leistete mir Gesellschaft und hat mir beim Säubern geholfen.. *schmunzel*

Ich habe eben fix die Balkontür weit geöffnet, damit die frische Luft besser zu uns in die Wohnung findet.

Vor genau einer Woche war ich ziemlich platt. Der kirchliche Segen für unsere Ehe wurde uns zuteil, die Kinder ebenfalls gesegnet. Ein wundervoller Tag. Ein traumhafter Gottesdienst. Die Predigt hat uns unsere liebe Pastorin eben geschickt und ich habe sie nochmal gelesen. Einfach schön. Stimmig. Rund.

Vor allem die letzten 6 Wochen vor der Hochzeit waren extrem. Extrem schlaflos. Extrem laut. Extrem müde. Extrem viel Arbeit. Für mich. Extrem anstrengend. Extrem anspruchsvoll. Extrem einfach.

Dann kam UNSER TAG. Ich bin -rückblickend- wieder überrascht, wie stimmig alles war. Es ging einfach Hand in Hand und es passte. Keiner mußte sich verstellen. Alles passte. Die Zeremonie war unvergeßlich. Die Gäste einfach wunderbar. Alle haben sich mit uns gefreut. Das hatte ich mir gewünscht. Nicht ein blödes Hochzeitsspiel. Kein Spießrutenlaufen. Keine Brautentführung. Gut, wir haben -wie schon zum Standesamt- die Blumen vergessen. Diesmal habe ich aber schneller reagiert und mein bester Ehemann sofort geschaltet und gewendet. Aber ansonsten? Nichts. Einfach spitze! Der Gottesdienst wird für uns alle sicherlich unvergeßlich bleiben. Einzig der Eröffnungstanz gefiel mir nicht. Ich hätte sooo gerne einen Wiener Walzer getanzt. Wir hatten extra geübt und dann? Wir wurden überrumpelt und ich habe gar nicht so schnell geschaltet und reagiert. Aber ganz ehrlich? Es gibt schlimmeres.

Und dann kam der Sonntag. Mir tat jede Faser meines Körpers weh. Ich wäre am liebsten den ganzen Tag im Bett geblieben. Das ging leider nicht. Stattdessen bin ich so wenig wie möglich gegangen und habe mich gerne für wenige Meter chauffieren lassen. ;-) Da war alles so frisch. Die meisten Gäste waren noch bei uns und es wollte keiner so wirklich der erste sein beim Aufbruch. Aber so peu à peu verabschiedeten sich die meisten. Zurück blieb der harte Kern. Am Abend haben wir bei meinen Schwiegereltern gemütlich gegrillt. Wir waren alle erschöpft, aber die Freude war noch so greifbar und die Festlichkeit des Vortages so nah.

Dann kam der Montag. Lustlos packte ich unser Hab und Gut zusammen, denn es hieß wieder Abschied nehmen von der alten Heimat meines Mannes. Raus aus der Weite Mecklenburgs, weg von dem offenen Dort, von dem riesigen Garten mit Sandkasten für die Zwergin, von den ganzen Tieren. Im Gepäck etliche Kilo Rhabarber. Immerhin. ;-)

Die wurden dann tags drauf mit schmerzenden Gliedern verarbeitet. Das Brautpaar gemeinsam zum Arzt. Medikamente geholt. Der grausame Alltag sollte uns bald wieder haben.

Kaum 24 Stunden später: Der Mann auf Arbeit und nachmittags dann ohne einen Zwischenstop daheim auf Richtung Köln. Ich mit zwei Kindern vollkommen allein. Großeinkauf. Sowie den Markt besucht. Erdbeerkuchen gebastelt. Rhabarber kompottiert. Am Ende mit den Nerven. Zum Glück fehlte uns allen viel Schlaf, so daß wir schon nachmittags um fünf selig das Ohr auf's Kissen legten und schliefen...

Der nächste Tag. Strohwitwe. Strohkinder. Mannlos. Ich habe mich komplett gehenlassen. Nur das allernötigste getan. Lieber Besuch kam und ließ mich auch alleine ruhn. Wie wundervoll. Seitdem habe ich ein Auge Gottes geschenkt bekommen und trage es pausenlos an einer goldenen Kette um den Hals.

Nachts registrierte ich, daß mein bester Ehemann bei uns ist. Alles ist gut. Ruhig schlafen.  Freitagvormittag dann der Hilferuf. Unsere Katze wird unverschämt und mutiert zur Pißnelke. Alles stehen und liegengelassen, die Zwerginnen geschnappt und die Katze geholt. Uffz. Mieze beruhigt wieder alleine zuhause. Wir uns mit dem Gatten getroffen und für die große Zwergin den nächsten Kindersitz gekauft. Die Zeit rast nur so an uns vorbei. Wahnsinn. Anschließend noch Salat und Getränke gekauft für den Abend. Hähnchen muß auch mit. Mhhhh... welch Salat! :-)

Samstag dann eben das morgendliche Bad. Anschließend Weißwurstfrühstück. Mein bester Ehemann und die große Zwergin fuhren Reifen wechseln. Wochenendeinkauf.  Wir beschließen zum Sonntagsbrunch zu uns zu laden. Ich sause durch die Wohnung. Während meiner ersten "Pause" (Reifenwechselruhe) konnte ich den Großteil des Wäscheberges bezwingen und noch flott eine Schlabberhose (aus einem alten T-Shirt meines besten Ehemannes) für unsere große Zwergin nähen. Perfekt! Zwischendurch gestillt. Gewickelt. Getrunken. Kaffee getrunken und restlichen Erdbeerkuchen verputzt. Weiter im Text. Küche komplett aufgeräumt. Bad ebenfalls. Morgen früh werde ich nur noch staubsaugen und wischen müssen. Wie wundervoll! Ich spüre schon den Duft frischer Pancakes in meiner Nase...

Aber noch sitze ich auf dem Sofa. Es ist 22:32h. Wann kommt das nächste Tief, das mir die Beine wegzieht? Willst Du es wissen? Wirklich? Ich nicht. Ich genieße das JETZT absolut. Es ist einfach wundervoll dieses Leben. Wir sind glücklich verheiratet seit 3 Jahren, haben zwei gesunde Kinder und eine kleine Katze. Eine bezahlbare Wohnung. Einen guten Job. Ein Auto vor der Tür. Tolle Freunde. Eine unbezahlbare Familie.

Klar, es gibt Tage, da nervt mich alles. Aber so schöne Tage wie heute, sollte man einfach auch mal erwähnen. Ich freue mich sogar über meinen gestreiften Schwabbelbauch, der nur noch ein Bäuchlein ist. Ich will nur momentan definitiv nicht schwanger werden. Das ist meine einzige Angst. Einen dritten Kaiserschnitt würde ich mental und körperlich aktuell definitiv nicht verkraften. Das wäre für mich ein richtiger Schlag ins Kontor.

Aber, wir wollen uns mal keine Gedanken machen über ungelegte Eier *ggg*. Aktuell passt einfach alles. Ich freue mich, daß wir doch recht flott wieder gut in unseren Alltag gefunden haben. Exzellent.

Es grüßt eure rundum glücklich & zufriedene

englerin

P.S.: Endlich hatte ich auch die Erleuchtung für mein eigenes "Label". :-D 

 

17.5.08 22:37

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